20. Universitätswochen in Moers

Am 11. und 18. Oktober war ich bei den 20. Universitätswochen von der Universität Duisburg-Essen und der Sparkasse am Niederrhein. Das Thema der diesjährigen Universitätswochen war “Demografischer Wandel - Bedrohung und Chance für unsere Gesellschaft?”, welches diesmal sehr gut zu meinem Interessenfeld gepasst hat.
Der erste Vortrag war von Professor Dr. Edgar Heineken (Universität Duisburg-Essen) “Die tagtägliche Wiederaufführung der Vergangenheit im Gedächtnis”. Es ging darum, dass der Mensch sich erst durch seine Erinnerung, und somit durch “Durchspielen” seiner Vergangenheit, definieren und sich hierdurch auch bestimmte Eigenschaften zuschreiben kann. Es war wirklich ein unterhaltsamer Vortrag und die anwesenden Senioren haben eins ganz bestimmt mitgenommen: Das auch wenn man älter wird, man noch in der Lage ist, die unterschiedlichsten Dinge zu tun, nur eventuell ein wenig langsamer und dass das semantische Gedächtnis von Älteren besser ist als das von Jüngeren. Das macht doch Hoffnung … das nicht alles schlecht ist, was mit dem Älterwerden zu tun hat.

Bei dem zweiten Termin, an dem ich anwesend war, wurde eine Podiumsdiskussion zum Dachthema der Veranstaltung geführt. Es waren folgende Teilnehmer dabei: Prof. Dr. phil. Dr. h.c. Ursula Lehr (Universität Heidelberg), Prof. Dr. Gerd Bosbach (Fachhochschule Koblenz), Hans-Georg Crone-Erdmann (Hauptgeschäftsführer der IHK-Vereinigung NRW) und Prof. Dr. med. Thomas Philipp (Universität Duisburg-Essen).

Der Statistiker, Prof. Dr. Gerd Bosbach, machte u.a. darauf aufmerksam, dass sich die demographische Entwicklung schon im ganzen letzten Jahrhundert stark verändert hat und das wir hiermit bisher auch gut zurecht gekommen sind. Nun hat die Entwicklung zwar einen Extrempunkt erreicht, aber es machen sich auch mehr Menschen Gedanken darum, wie man die demogralphische Entwicklung positiv nutzen kann. Auch Senioren nehmen aktiv an unserer Gesellschaft teil, so z.B. durch ehrenamtliche Tätigkeiten oder auch z.B. bei einem Einsatz für den SES (Senior Experten Service). Auch Hans-Georg Crone-Erdmann machte darauf aufmerksam, dass ältere Arbeitnehmer auch noch gebraucht werden, so könnten sie z.B. den Fachkräftemangel in manchen Berufssparten ausgleichen oder wie bereits erwähnt beim SES jüngeren Unternehmern wertvolle Unterstützung bieten.

Auch das Thema “Wohnen im Alter” wurde angesprochen, hier machte Ursula Lehr darauf aufmerksam, dass nicht nur unserere Wohnungen und Häuser entsprechend unserem Alter angepasst werden müssten, sondern das auch stärker bei der Stadtentwicklung darauf geachtet werden sollte, dass unsere Gesellschaft immer älter wird. So würden z.B. spiegelglatte Böden oder Glasböden in Flughäfen oder anderen öffentlichen Gebäuden häufig zu Stürzen unserer älteren Mitbürger führen. Auch Treppengeländer müssten dazu dienen einen wirklichen Halt zu finden und nicht nur gut aussehen. Hier lassen sich zahlreiche Beispiele finden, wie z.B. Kopfsteinpflaster, hohe Bürgersteige, zu viele Treppen oder auch Rampen für Rollstühle. Ach, und hat schon einmal jemand an ein flippigeres, moderneres Design für Rollatoren und andere Gehhilfen gedacht?

Dann wurde auch noch über Fitness im Alter gesprochen. Wie bleibt man eigentlich körperlich und geistig fit? Hilft das Glas Rotwein am abend der Gesundheit? Hierzu hatte Thomas Philipp zahlreiche Informationen parat. Im Grunde würde man fit bleiben, wenn man ein aktives Leben führt, d.h. vor allem regelmäßige Bewegung und gute soziale Kontakte. Auch Brettspiele würden nicht nur unterhalten, sondern helfen geistig fit zu bleiben. Man könnte auch Kreuzworträtsel lösen, warf Ursula Lehr ein, aber dann müsste es schon ein anspruchsvolles wie z.B. in der Zeit sein. Ich persönlich habe da auch an das Spiel von Nintendo (Dr. Kawashimas Gehirn-Jogging) gedacht, welches ich auf dem Kongress in Wiesbaden ausprobieren durfte.

Und nun zum Glas Rotwein! Das hilft nur gegen Herzkrankheiten, wenn große Mengen hiervon konsumiert werden … so um die 20 Liter … ;-)

Alles in allem war es eine sehr spannende Diskussion und ich persönlich habe auch gelernt, dass Statistik richtig Spaß machen kann!

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