Archive for the ‘Reflexionen’ Category

Hannah Arendt - Vita activa oder Vom tätigen Leben

Julia Behlke am 3. August 2012

Die Werke von Hannah Arendt begleiten mich nun schon etwas länger und ich bin immer wieder begeistert von der Ausdruckskraft dieser Frau. Momentan lese ich das Buch Vita activa oder Vom tätigen Leben und bin froh, dass Hannah Arendt ihre lateinischen und griechischen Ausdrücke auch immer noch ein wenig in deutscher Sprache erklärt.

Weiterhin bin ich begeistert von Hannah Arendt, da ihr Werk so menschlich ist und sie auch immer wieder die Pluralität des Menschen betont, was natürlich bekannt ist, aber doch beim Nachdenken irgendwie fasziniert. An dieser Stelle möchte ich kurz eine Stelle aus dem fünften Kapitel zitieren: “Im Menschen wir die Besonderheit, die er mit allem Seienden teilt, und die Verschiedenheit, die er mit allem Lebendigen teilt, zur Einzigartigkeit, und menschliche Pluralität ist eine Vielheit, die die paradoxe Eigenschaft hat, daß jedes ihrer Glieder in seiner Art einzigartig ist.” (Arendt 2005: 214)

Momentan beschäftige ich mich mit folgenden zwei Werken von Hannah Arendt:

Arendt, H. (2005): Vita activa oder Vom tätigen Leben. Taschenbuchsonderausgabe. 3. Auflage 2005. Piper Verlag: München.

Arendt, H. (1998): Ich will verstehen. Selbstauskünfte zu Leben und Werk. 3. Auflage Februar 1998. Piper Verlag: München.

Es macht wirklich Freude sich mit Hannah Arendt zu beschäftigen und deswegen kann ich an dieser Stelle eine Lektüre ihrer Werke nur empfehlen.

Neue Bezeichnung für Senioren “Best Ager”

Julia Behlke am 5. Mai 2008

Vor kurzem habe ich eine neue Bezeichnung für Senioren in einem Artikel gelesen, dort wurden sie “Best Ager” genannt. Nicht das ich etwas gegen englische Bezeichnungen hätte, aber ich habe schon oft gehört, dass Senioren die nun sogenannten “Best Ager” Probleme hätten, die zunehmenden Anglizismen (beispielsweise in der Werbung, in der Telefonrechnung und auch beim Fahrkartenkauf für die öffentlichen Verkehrsmittel) zu verstehen. Interessant ist auch immer wieder wie die englischen Wörter “eingedeutscht” werden ;-) Oder spricht man/frau demnächst einfach Denglisch?

Jay Cross - Informal Learning

Julia Behlke am 19. März 2008

Eigentlich wollte ich heute mit der Fragebogenkonstruktion anfangen… doch dann habe ich in dem Buch von Jay Cross “Informal Learning” weitergelesen und bin irgendwie “hängengeblieben”.

Ich bin sozusagen über eine Textstelle “gestolpert”, in der es darum ging, dass die meisten Unternehmen mehr für Weiterbildung ausgeben als für den natürlichen Austausch der Arbeitnehmer untereinander (beispielsweise in der Mittagspause) und damit (nach Cross) für das Informelle Lernen. Hierdurch musste ich dann gleich an einen meiner letzten Einträge (Besuch bei Google in Zürich) denken.

In diesen Büroräumen fehlt wirklich nicht der Raum für den persönlichen, informellen Austausch. Inwieweit jedoch Informelles Lernen (innerhalb dieser Gespräche) gefördert werden kann (oder besser: zielgerichtet sein kann) ist mir persönlich noch nicht ganz so klar. Wie können beispielsweise die Mitarbeiter dazu motiviert werden, sich in der Mittagspause auch über relevante Dinge Ihres Arbeitslebens zu unterhalten? Oder geht es primär um den Informationsfluss innerhalb des Unternehmens? Sehr wahrscheinlich drehen sich viele Gespräche der Mitarbeiter auch um ein gerade angelaufenes Projekt, usw.?! Auch geht es bestimmt um den sogenannten Wohlfühlfaktor innerhalb einer Organisation… Wie gesagt, befinde ich mich noch in der “Reflexionsphase”…

Deshalb beende ich diesen Eintrag ersteinmal mit einem Zitat von Jay Cross:

“Workers learn more in the coffee room than in the classroom. They discover how to do their jobs through informal learning: asking the person in the next cubicle, trial and error, calling the help desk, working with people in the know, and joining the conversation.”

Einen Link zu dem Blog “Informal Learning” von Jay Cross habe ich weiterhin meiner Blogroll hinzugefügt.

Spaziergang durch Zamora

Julia Behlke am 14. März 2008

Hier in Zamora beginnen gerade die Vorbereitungen für die Semana Santa und die kleine Stadt erwacht gerade voller Leben (nicht nur wegen dem Sonnenschein, sondern auch da viele Besucher zu den Ostertagen angereist sind.) So sitzen die meisten älteren Menschen in der Sonne, unterhalten sich angeregt und essen dabei die frisch gebrannten Mandeln…

Nun habe ich gerade das Buch von Jens Ochel “Senioren im Internet” gelesen und es wird häufiger auf die Informations- und Kommunikationsbedürfnisse von Senioren hingewiesen. Die Kommunikation über das Internet soll eine Art “Schlüsselrolle” oder auch eine Art “Ersatzfunktion” für die Kommunikationsbedürfnisse gebrechlicher Menschen (nicht nur von Senioren) darstellen…

Das ist sicherlich eine Möglichkeit, dass Leben von Senioren auf eine bestimmte Art zu bereichern und ich denke auch, dass es (wie Ochel sagt) eine sozialintegrative Funktion haben kann. Doch wenn man hier durch den kleinen Ort wandelt und die älteren Damen und Herren mit ihren Spazierstöcken sieht, dann kann man wirklich ins Grübeln kommen, ob das Internet bzw. die Kommunikation im Internet diese Atmosphäre auf den Plätzen der Stadt ersetzen kann…

Sicherlich spielt auch das Wetter hier in Spanien und die etwas andere Lebensart eine Rolle… Aber trotzdem denke ich (gerade, sozusagen just in time), dass die Kommunikation, der Kontakt und Austausch mit anderen Menschen über das Internet “nur” ersetzend sein kann…

So zitiere ich Straka 1990 nach Ochel 2003 “Technik, die unpraktisch und unhandlich ist, die ihren alltagsnahen Wert nicht unmittelbar vermitteln kann und die die besonderen Bedürfnisse von Älteren in keiner Weise würdigt, läuft (…) Gefahr, von älteren Menschen nicht akzeptiert zu werden. Um eine möglicherweise vorhandene Skepsis älterer Menschen gegenüber dem Internet abzubauen, sollte ihnen verschiedene Möglichkeiten geboten werden, eigene Erfahrungen dahingehend zu machen, dass das Internet spürbar zur Erhöhung der eigenen Lebensqualität (…) beitragen kann.” und wünsche Frohe Ostertage!